AUSZUG AUS DER ERÖFFNUNGSREDE : " VIA MALA "
HOTEL HILTON BREMEN
- 19. AUGUST 2004
von GÜNTER MATTHES

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Gäste
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Ich habe nun viele Worte über den Werdegang des Künstlers Friedrich Held-Zimmermann verloren, aber keine über seine bildnerischen Werke. Ich bin glücklicher Besitzer zweier davon. Ich sitze ihnen oft gegenüber und genieße es, in Momenten der Ruhe mit meinen Augen darin spazieren zu gehen. Oft zeigen seine Bilder in Zeichen gesetzte Kindheitsängste, wie z.B. "Der Erwachsene", für ein Kind ist es der Riese, der schwarze Mann, auch der frustrierte Nachbar, der seine Kirschen - symbolisch für sein Eigentum - bewacht, vor allem gegen die Kinder, er steht auch für den bedrohlichen Polizisten wie auch für den Vater als strenges erziehendes Familienoberhaupt, gleichwohl für den Lehrer, der enervierend zum Fleiß mahnt.

"Die Windmühle" erscheint bedrohlich, wenn ihre gewaltigen Flügel schaufelartig wie Stockschläge herniedersausen.
Dann gibt es den gequälten Esel, als Beispiel des Umgangs des Menschen mit der Kreatur.
Das "Brennende Haus" ist ein Symbol für den verlorenen Schutz. Überhaupt das Haus in seinen Bildern. Aus Friedrichs Leben erklärt sich das: Die Zerstörung der Rostocker Häuser im Zweiten Weltkrieg in Friedrichs Kindheit, der Verlust der Heimat in seiner Jugend, aber auch der Einzug im Haus Donaustraße zeigten ihm wohl, welche Funktion Häuser für den Menschen über die der Unterkunft hinaus haben.
Auch die Boote in verschiedenen Bildern, auch wenn es nur Papierschiffchen sind, muss man als weiteres Beispiel für einen Bezug zu Friedrichs Vita erwähnen, schließlich ist er gelernter Schiffbauer. Aber ich will es jetzt dabei bewenden lassen.

Eine letzte Anmerkung sei mir noch erlaubt: Die Welt der Erwachsenen ist durchaus keine Kinderwelt und wenn hier einige Bilder etwas befremdlich wirken sollten, liegt das daran, dass sie eher mit Kinderaugen betrachtet sein wollen als mit Erwachsenenaugen.

Ich denke, ich habe Sie im Zusammenhang von Künstler und Werk mit dem Künstler soweit bekannt gemacht, dass Sie sich jetzt selbst den Werken mit mehr Verständnis zuwenden können, dabei wünsche ich viel Vergnügen.

©2005 ARTEBIT